FOI
Funktionelle Orthonomie und Integration
Ausbildungsinstitut für FOI GbR Friedhelm Becker / Hans de Jong
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Praxisbeispiele

  • Casusvorstellung

    Folgender Patient wurde mir  für einen „Second Opinien“ von einem guten FOI-Therapeuten vorgestellt, weil  er in der Behandlung zwar eine kurzfristige Verbesserung der Beschwerden, aber keinen wirklichen Durchbruch erreichen konnte.

    Patient:
    männlich, 49 Jahre alt, schlank, sehr guter Allgemeinzustand,
    Hobbyläufer (10 Km und Halbmarathon), seit 20 Jahren und Leichtatletik-Trainer.

    Beschwerden:
    Hüftschmerzen rechts, tief in der Leiste, beim Laufen und Fahrradfahren, schon nach kürzeren Strecken. Nach Belastung in 1 bis 2 Tage abnehmend bis beschwerdefrei. Wiederkehrend beim Laufen oder Fahrradfahren. Beschwerden seit etwa 6 Monaten, aber seit 8 Wochen so schlimm, dass Sport fast unmöglich geworden ist.

    Ein typisches funktionelles Hüftgelenksproblem

    Keine Operationen.

    Traumen: 1. Vor einem Jahr ein heftiger Sturz auf der linken Hüfte
    2. Mit 16 Jahren ein Moped Unfall mit heftigem Trauma am rechten Fuß. Er weiss aber
    nicht genau ob strukturelle Verletzungen damals vorhanden waren
    Sonstiges: Fersensporn links vor 7 Jahren.

    Befund:
    Ilium links Kombiblock,  Sacrumrotation links-rückwärts,  Ilium rechts posterior
    L2 in D, Th 2 in C, C2 in D, C1 in A,  Rippen 2,3 links und rechts
    Links     Hüfte: Extension +, Knie Extension+,  Fuß o.B.
    Rechts      Hüfte: Sicherheitstest -,   Extension+, Flexion+,   Knie o.B.,   Fuß:   OSG +, USG+
    Cuboid und  Navikulare blockiert.

    Analyse:

    1. Der Kombiblock am linken Ilium ist wahrscheinlich die Folge des Sturzes vor 1 Jahr.
    2. Die heftigen Fußprobleme am rechten Fuß sind höchstwahrscheinlich die Folgen des Moped Unfalls mit 16.
    3. Diese Probleme haben, so wie wir wissen viel Einfluss auf die Hüfte und das Becken.
    4. Die Kette 2 ist wahrscheinlich die Kompensationskette auf das Becken (etwas ungewöhnlich aber  nicht  unmöglich).

    Behandlung:
    In der ersten Behandlung habe ich mal ganz mutig alles an Funktionsstörungen behandelt was ich gefunden  und hier oben beschrieben habe. Mit der praktischen Erfahrung, dass sehr sportliche und gesunde Menschen mehr Reize verarbeiten können, glaube ich hier bei diesen Patienten genau das tun zu können.

    Der zweite Termin wurde nach 14 Tagen angesetzt.
    Der Patient berichtete schon fast beschwerdefrei zu sein und viel besser laufen zu können. Die Leistenschmerzen waren kaum noch aufgetreten und am nächsten Tag nach dem Laufen auch vollständig verschwunden. Er wäre schon 3x eine längere Strecke gelaufen, was vorher überhaupt nicht ginge.

    Befund: Ilium rechts posterior, L5 in D, Th 5 in C, Rippe 4,5 rechts, C1 in A
    Hüfte links noch etwas in Flexion+, sonst Knie und Fuß beidseits o.B.

    Behandlung:  
    Die gefundenen Funktionsstörungen wurden nochmals behandelt. Es wurde vereinbart, dass der Patient mir nach 3 Wochen telefonisch berichten sollte, wie es ihm geht. Er berichtete dann nach 3 Wochen vollständig beschwerdefrei zu sein.

    Schlussfolgerung:
    Dieses Beispiel zeigt einmal wieder ganz deutlich, dass ein sehr altes Fußtrauma mit darauffolgenden Funktionsstörungen irgendwann  Schmerzen machen, und dann sehr häufig in der Hüfte. Die Behandlung des Fußes hatte bei diesen Patienten den Durchbruch geschafft. Genau das hatte der Therapeut übersehen. Die Probleme am Becken und Hüfte hatte er sehr gut behandelt, aber der fuß hier nicht entscheidend mitbehandelt, weshalb die Funktionsstörungen recht schnell rezidivierten.
    Die Tatsache, dass die Hüftbeschwerden nicht eher aufgetreten sind  liegt hier wahrscheinlich in dem Sturz auf der linken Hüfte, mit der Folge des Kombiblocks des linken  Iliums. Genau das war der Tropfen, welche den Eimer hat überlaufen lassen. Übrigens grenzt es an einem Wunder, dass dieser Patient mit seiner Sportbelastung nicht eher Probleme entwickelt hat, obwohl es durchaus auch andere Beispiele gibt von (Leistungs)Sportler die hochkompensiert Hochleistungen erbringen können.


    Hier wird aber deutlich:         Der Fuß ist ein Muss in der FOI

  • Der Einfluss der FOI Techniken auf den CranioSacralenRhthmus im Bezug auf das Arthron

    Ich habe mit Dr. Richard Royster vom Royster Intitute für CranioSacrale Therapie ein Experiment durchgeführt um zu sehen, in wie weit die FOI mit ihren Techniken einen Einfluss auf den CSR, den CranioSacralenRhythmus hat.

    Kurz zu Dr. Richard Royster:

    Richard Royster war Schüler von John Upleder und dieser wiederum ein Schüler von William G. Sutherland, dem Begründer der CranioSacralen Therapie.

    Dr. Royster unterrichtet seit etlichen Jahren die Lehre der CST und hat diese immer wieder mit weiterentwickelt und Forchungen betrieben. Der Unterricht bei ihm ist sehr strukturiert und wissenschaftlich fundiert, was für mich sehr wichtig ist.

    Die Idee und die Fragestellung zum Experiment kam mir, als ich als Probant auf der Bank lag und am Cranium behandelt wurde. Am Abend zuvor hatte ich beim joggen einen klassischen Fehltritt auf einer Baumwurzel. Die Schmerzen am darauffolgenden Tag im linken ISG bei fast jedem Schritt haben mich etwas verzweifeln lassen, denn ich dachte mir, wer könnte das in einem Craniokurs wohl wieder zurechtbiegen....

    Nun lag ich auf der Bank und es wurde neben anderem das os temporale behandelt. Bei der Rotation, bzw. der Circumduktion dieses Knochens, spürte ich den Impuls im Becken. Als ich Aufstand waren die Schmerzen im linken ISG deutlich reduziert, was mich zu der Annahme brachte, dass das os temporale eventuell zur 6er Kette gehört. Ferne dachte ich an das Arthron und das, wenn eine Korrektur des os temporale einen Einfluss auf das Becken hat, dann müsste es sich eigentlich umgekehrt ebenso verhalten. Dann gibt es nicht nur über Gelenke, Kapsel, Muskeln und Sehnen eine Wechselwirkung auf das Arthron sondern auch über die cranialen Knochen, und zweitens müsste sich somit eigentlich auch eine Veränderung des CranioSacralenRhthmus auf eine FOI Behandlung zeigen.

    Richard konnte mir auf die Frage, respektive auf die direkte Auswirkung von parietalen Impulsen, keine genaue Antwort geben, somit fragte ich ihn ob er sich zu folgendem Experiment bereit erklären würde. Wa er sehr gerne tat.

    Wir wählten eine Probantin aus der Gruppe mit Beschwerden im unteren Rücken.

    Zu Beginn hat Richard einen CranioSacralen Untersuchungsgang durchgeführt, dessen Befund er mir zunächst nicht mitteilte.

    Der Befund von Richard Royster ergab:

    • Dominante Innenrotation der Beine rechts > links was im CranioSacralen System einem Muster in Extenion enspricht.
    • Becken rechts in Aussenrotation und Zug nach cranial.
    • Thorax rechts in Expirationsstellung
    • Schulter Zug rechts nach caudal Richtung Leber
    • Os sphenoidale infraorbital im deutlichen vertilcal superior strain.

    Mein Befund an der Wirbelsäule ergab:

    • Ilium rechts Kombiblockade (Ilium rechts posterior + sacrumrotation rechts rückwärts)
    • L5 rechts seitgeneigt, rechts rotiert.
    • L4 Links seitgeneigt, links rotiert
    • L2 Links  seitgeneigt, links rotiert
    • T10 rechts seitgeneigt, links rotiert;Hochstand Rippe 9 Links
    • T6 rechts seitgeneigt, Links rotiert; Hochstand Rippen 6,5,4 Links
    • T3 Links seitgeneigt, rechts rotiert
    • C6 Links seitgeneigt, links rotiert
    • C2 rechts seitgeneigt, rechts rotiert
    • C1 rechts seitgeneigt, links rotiert.
    • OSG und Hüfte rechts im Flektionsmuster.

    Ich behandelte die 6er Kette und das Flexionsmuster im rechten Bein, liess die Probantin etwas gehen und bat Richard um einen erneuten Befund seinerseits.

    Resultat der FOI Behandlung auf den CSR:

    • Rhythmus in den Beinen gleichmäßig und wieder rhythmisch
    • Becken: noch leichter Zug nach cranial vorhanden, Rotationskomponente nach aussen verschwunden.
    • Thorax weiterhin in Expirationsstellung.
    • In der rechten Schulter war der Zug richtung Leber beseitigt.
    • der Vertical Strain des os sphenoidale war beseitigt.

    Fazit:

    1. Durch die Techniken der FOI  kann der CranioSacrale Rhythmus beeinflusst werden und Läsionen in diesem Bereich verbessert, bwz. teils beseitigt werden.
    2. Der CSR ist Teil des Arthrons.

    Warum schreibe ich das. Wie wir in den Kursen immer wieder erwähnen, ist die FOI eine extrem gute Therapie, aber sicher kein Allheilmittel und das sie sich sehr gut in andere Therapieformen integrieren lässt, ebenso wie umgekehrt. Da viele von den Kursteilnehmern eine Cranio Ausbildung haben, kann dieses Erlebnis und das Experiment sicherlich hilfreich sein und euch eventuell in eurem täglichen Tun weiterbringen.

    Die FOI ist kein Konzept das still steht, sondern forscht, sich immer hinterfragt, die Technken immer wieder überarbeitet, verbessert und weiterentwickelt um für die Kursteilnehmer und Patienten immer das Beste zum jetzigen Zeitpunkt zu bieten.

    Hört nie auf Euch und das was Ihr tut zu hinterfragen und geniesst die aus meiner Sicht derzeit beste Therapie,

    FOI

    Niels

  • Das HWS-Beschleunigungstrauma aus funktioneller Sicht

    Das HWS-Beschleunigungstrauma gehört in der therapeutischen Praxis sicher zu einem der kompliziertesten, aber auch spannendsten Beschwerdebildern, welches nicht selten beim Patienten als auch beim Arzt und Therapeuten Hilflosigkeit und „Ohnmacht“ auslöst und von allen Seiten viel Geduld und Durchhaltevermögen verlangt. Warum dieses so ist und was aus funktioneller Sicht passiert, möchte ich gerne versuchen näher zu bringen.

    In unserer Praxis sehen wir diese Patienten mit ihren komplexen Beschwerdebildern meist leider viel zu spät und dieses nach einer langen Odyssee von Therapien, Medikamenten, Abklärungen und Untersuchungen. Der klassische Fall kommt nach ca. 6 Monaten bis 1,5 Jahren, nicht selten auch länger, zu uns in die Praxis und dieses oft durch ein externes Case Management, welches ebenfalls ein wichtiger Pfeiler im Handling der Patienten ist. Das Case Management koordiniert für den Patienten die beruflichen, medizinischen und sozialen Belange. In der Zeitspanne vom Unfall bis zum Therapiebeginn wurde vieles versucht und untersucht.

    Die Konsultationen und Befunde von vielen Spezialisten aus diversen Fachbereichen wie Neurologie, Orthopädie, Psychiatrie, Augenarzt… sind bei Patienten mit einem „funktionellen“ Beschleunigungstrauma schier endlos.

    Schleudertrauma ohne strukturelle Verletzung lautet dann oft die Diagnose. Die Problematik und der Verlauf mit Strukturschaden sieht oft anders aus. Ich möchte mich aber hier auf das „funktionelle Beschleunigungstrauma“, also ohne Strukturschaden, beschränken, da mir dieses ein besonderes Anliegen und die Domäne unserer Arbeit ist.

    Die Problematik:

    Das Problem liegt aus meiner Sicht, und damit stehe ich nicht alleine, oft in der Befundratlosigkeit. Strukturell kann man im Röntgen und MRT oft nicht wirklich etwas feststellen, somit fehlen der „objektive“ Befund und der Beweis, dass etwas vorliegt und die vielseitigen Beschwerden des Patienten erklärt. Das Abgleiten in die „Psycho- Simulanten Schublade“ liegt nun auf der Hand. Der Patient wird letztendlich mit Schmerzmedikamenten und Psychopharmaka versorgt und teilweise aufgegeben.

    Die Krankenkassen, Unfall,- und Haftpflichtversicherer wollen den Fall und den „Kostenverursacher“ schnellstmöglich abschliessen. Dies ist aus ihrer Sicht nur verständlich, denn die Kosten für MRT, Röntgen, CT, 4-6 Wochen stationärer Reha Aufenthalt (mit teilweise 3-4 Anwendungen proTag!!!), anschliessende Physiotherapien, Massagen und Medikamente sind enorm. Nur was bedeutet dieses physisch und psychisch für den Betroffenen?

    Oft hört und sieht man:

    • Arbeitsunfähigkeit oder deutlich reduziertes Arbeitspensum mit laufendem IV
    • Soziale Isolation durch Verlust der Freunde („Sie konnten meine Problemenicht mehr hören und ertragen“).
    • Familiäre Probleme und Isolation, denn was bedeutet es, wenn der Familienvater und „Brötchenverdiener“ nicht mehr erwerbstätig ist, wenn seine Familie die Achtung vor ihm verliert und er selbst schlussendlich vor sichselbst. Oder die Mutter, die ihren täglichen Aufgaben nicht mehr nachkommen kann, ihr alles, selbst die eigenen Kinder zu viel werden….
    • Die erschwerten Bedingungen bei der Wiedereingliederung in den Beruf,sofern möglich.
    • Finanzielle Einbussen, Geldnot, Hypotheken, die warten.
    • Psychische Blockaden mit Selbstzweifel und Selbstaufgabe.

    Dies ist nur ein Bruchteil der Probleme, die neben den körperlichen für die Betroffenen zu meistern sind. Aber was passiert eigentlich funktionell gesehen, mit einem Menschen während und v.a. nach einem Beschleunigungstrauma?

    Um dieses zu erklären, bedarf es im Vorfeld einiger Informationen über das Fasziensystem im menschlichen Körper.

    Was sind Faszien?

    „Faszien sind zähe Bindegewebshäute die alle Körperstruktren umhüllen. Als ununterbrochene Gewebeeinheit bilden sie ein eng verflochtenes Netz, über das alle Teile des Körpers miteinander in Verbindung stehen. Sie gewährleisten die anatomische Integrität und Funktionsfähigkeit des Muskelsystems, übertragen, und das ist sehr wichtig, mechanische Kräfte, dienen der Stossdämpfung und dem Schutz gegen Traumata und übernehmen eine wichtige Rolle im Bereich des Stoffwechsels und des menschlichen Abwehrsystems. Das sensible System der Faszien ist zugleich Sitz zahlreicher Störungen, die mit Hilfe spezieller Faszientests und Behandlungsmethoden diagnostiziert und behandelt werden können.

    (Zusammenfassung aus dem Buch“ Faszien“ von Serge Paoletti)

    Die Schutz,- und Stossdämpferfunktion der Faszien spielt im Erklärungsmodels des Beschleunigungstraumas eine zentrale Rolle. Paoletti hat dieses sehr treffend und eindrücklich beschrieben. Die Faszien sind bestrebt, die physische und physiologische Integrität des menschlichen Körpers zu wahren. Faszien müssen um dieses zu gewährleisten sehr anpassungsfähig und unterschiedlich gestaltet sein, je nachdem welchen Körperabschnitt sie schützen. Eine andere Schutzfunktion der

    Faszien ist die sogenannte Stossdämpferfunktion.

    • Wenn Belastungen oder Beanspruchungen zu heftig werden, fangen die Faszien die Wucht der einwirkenden Kräfte teilweise ab und verhindern so, dass sich Spannungen unkontrolliert auf Muskeln und Organe übertragen und strukturelle Schäden hervorrufen.

    Auf das Beschleunigungstrauma übertragen bedeutet dies, dass die durch den Aufprall, wenn wir einmal einen Auffahrunfall als Ursache annehmen (selbstverständlich gibt es auch viele andere Ursachen wie z.B. Sturz oder Schlag an den Kopf), entstandene Kraft im Fasziensystem abgefangen wird. Wenn kein Strukturschaden, wie z.B. eine Fraktur entsteht, kann man davon ausgehen, dass die Beschleunigung im Körper von den Faszien absorbiert und in verschiedene Richtungen abgeleitet wird, um eine Schädigung der Organe möglichst zu verhindern. Diese Störung muss natürlich, wenn man sich das komplexe System der Faszien so vorstellt wie es von Paoletti beschrieben wurde, kompensiert werden. Das bedeutet, dass andere Körperregionen kompensatorisch gesehen ebenfalls betroffen sind. Je nachdem wie lange das Trauma schon besteht, entwickelt der menschliche Körper, dessen Bestreben stets ist, mit geringstem Energieaufwand ökonomisch zu funktionieren, immer weitere Kompensationssysteme und schirmt schlussendlich den Kern des Problems wie die Schale eine Zwiebel ein.

    Die Wirbelsäule als zentrale Bewegungsachse versucht dieses durch Fehlstellungen auszugleichen, damit Bewegungen im erlaubten Masse irgendwie möglich sind. Wie wir wissen, können Wirbelfehlstellungen nicht nur Schmerzen verursachen und Bewegungen blockieren, sondern können ebenfalls Auswirkungen auf das Organsystem und das Nervensystem, insbesondere auf das vegetative, das VNS, haben. Das VNS regelt alle nicht willkürlich ablaufenden Vorgänge im menschlichen Körper. Eine Störung dieses Systems kann somit viel Schaden anrichten. Eine wichtige Schaltstelle des VNS ist das Ganglion cervicale superius (vorderes Halsganglion), welches sich im Bereich ventral des zweiten Halswirbels auf dem M.longus capitis befindet und als grösstes Ganglion den Kopf mit sympathischen Nervenfasern versorgt. Bei einem HWS Beschleunigungstrauma sehen wir immer eine Fehlstellung von C0 / C1 / C2, sehr häufig auch in die gleiche Richtung, welche das Ganglion sehr stark irritiert und das vegetative Nervensystem durcheinander bringt. Bei dieser Art Fehlstellung ist die Startbewegung von C1 in Seitneigung zu Beginn der Rotation in eine Richtung nicht möglich, „blockiert“, ebenso wie die Startbewegung von C2, welcher biomechanisch in der Anfangsphase kurz in die Gegenrichtung rotieren muss, um anschliessend mit dem ersten Halswirbel in die gleiche Richtung zu drehen. Unserer Ansicht nach ist die Dysfunktion des C0 / C2 Komplexes der Grund für die vielseitigen Beschwerden der Patienten.

    Diese Art von Fehlfunktion kann man im Röntgen und MRT schlecht erkennen, aber palpieren und auf Funktion testen. Um dieses adäquat und holistisch zu behandeln, bedarf es, wie bereits erwähnt, Geduld von allen Beteiligten. Man muss den Betroffenen über das aufklären, was er hat und warum dieses solche Probleme macht und dass seine Beschwerden einen Grund haben, nicht „eingebildet“ und vor allem in den meisten Fällen gut behandelbar sind. Ein Behandlungsplan und eine wahrscheinliche Verlaufskurve sind hierbei oft hilfreich, wenn nicht sogar unabdingbar.

    Procedere:

    Ganz entscheidend sind zu Beginn die Anamnese und der genaue, dreidimensionaleUnfallhergang:

    • Von wo kam die Krafteinwirkung?
    • Wohin war der Blick gerichtet?
    • Haben Sie den Unfall kommen sehen?
    • Bestehen ausstrahlende Schmerzen oder visuelle Störungen?
    • Hatten Sie sofort Beschwerden oder erst später?

    Sofortige Beschwerden deuten anamnestisch eher auf ein strukturelles Problem hin, wogegen Beschwerden die erst später auftreten auf ein funktionelles, „Distorsionstrauma“ deuten.

    • Zur genauen Abklärung das kein Strukturschaden vorliegt, sollte immer ein Röntgen und,- oder MRT gemacht werden.

    Die Therapie sollte aus einer holistischen, manuellen Statikkorrektur bestehen, welche den ganzen Körper beinhaltet. Lokaltherapie an der Halswirbelsäule ist hier völlig fehl am Platz! Da der Körper auf ein entstandenes Problem immer als Ganzes reagiert, ist es sehr wichtig nach den Kompensationssystemen im Körper zu suchen und diese Ursache,- Folgeketten mit zu behandeln.

    Als Grundsatz gilt: Weniger ist mehr und nichts Zwingendes machen!

    Die Therapie und Statikkorrektur sollte wenn möglich 1 Woche nach dem Trauma beginnen. In den ersten 3-4 Tagen sollte eine Schanzkravatte (Halskrause) getragen werden. Bei chronischen Problemen, d.h. wenn das Trauma länger zurück liegt, sollte die Behandlung zu Beginn max. einmal alle 2-4 Wochen erfolgen um dem gestörten Körper die Chance zu geben, sich neu zu orientieren und neu zu kompensieren (Zwiebelschale). Zudem sollte auf mehreren Ebenen gearbeitet werden, hierzu bietet die Funktionelle Osteopathie und Integration®, FOI®, hervorragende Möglichkeiten an. Training ist ohne Statikkorrektur und Funktionsverbesserung meist zu Beginn nicht möglich und verschlechtert wahrscheinlich die Symptomatik. Zu Beginn empfehlen wir tägliche, bewusste Spaziergänge um die Wahrnehmung zu schulen Erst wenn die Statik und die Funktion des Patienten wieder hergestellt ist, sollte ein dosiert progressives Training erfolgen, welches auf der Matrixebene des Bindegewebes stattfindet. Später dann gezielte Übungen im koordinativen Kraftausdauerbereich mit freien Gewichten und z.B. den Nackentriathlon©. An erster Stelle steht immer die Propriocepsis, die Tiefensensibilität!

    Die Erfahrungen, die wir in unserer Praxis mit Patienten nach einen Beschleunigungstraumas machen, zeigen:

    • dass die Rehabilitation so deutlich schneller ist, d.h. weniger Therapien imZeitverlauf, was wiederum zur Kostensenkung führt.
    • dass die Patienten oftmals früher und anhaltend ihr Arbeitspensum steigern können.
    • dass eine allfällige vorzeitige Rente aufgrund des Traumas oftmals vermieden werden kann.


    Niels Fischer
    Dipl. Physiotherapeut
    Therapeut und Dozent der FOI®

  • Der "Tennisarm" ist einer der Syndrome, das sehr schwer zu behandlen ist. Dieses muß jedoch nicht sein, wenn man den Körper in seiner Gesamtfunktion behandelt und damit dann auch den richtigen Schalter zum Anschalten des Lichtes findet. Sie schalten ihre Leuchten ja auch am Schalter und nicht an der Leuchte an. Dementsprechend ist eine lokale Therapie nicht sinnvoll!
    Häufig wird auch die HWS als Ursachefaktor gesehen; auch diese ist nicht so oft der Fall wie angenommen!

    Befund:

    Wir finden bei unseren Patienten regelmäßig ein Flexionsmuster im Arm. Der M. Pronator teres zeigt eine deutliche Hypertonie und verhindert die Endstreckung des Ellenbogens. Dieser Muskel sorgt dafür, dass in der Endstreckung des Ellenbogens der Radius nach ventral im humeroradialen Gelenk gezogen wird. Diese Unphysiologie verursacht dann die Kapselspannung und Reizung der umliegenden Strukturen!

    Dieses Flexionsmuster finden wir dann auch noch im Handgelenk (60%) und in der Schulter (100%). Die Schulterprobleme sind wiederum die Folge hochthorakaler Funktionsstörungen (Blockierungen). Häufig betroffen sind thorakal 2 bis 6. (Hier sitzt der Schalter)

    Zudem finden wir gleichzeitig noch die bekannten Blockierungsketten im ISG (50%), die dann wiederum Einfluß auf den Tonus und die Mobilität der unteren Extremität haben. In diesem Zusammenhang spielt das Knie eine ganze besondere Rolle.

    Zusammengefaßt kann also gesagt werden, dass prinzipiell eine Epicondylitis überall im Körper seine Ursache haben kann, wie zum Beispiel nach einer Knie- Arthroskopie. Häufig fängt sie in der oberen BWS an, und muß auch von hier behandelt werden!